Eine Markenanmeldung ohne vorherige Recherche ist wie ein Sprung in einen unbekannten Pool. Vielleicht geht alles gut – vielleicht aber auch nicht. Die Folgekosten einer Kollision übersteigen die Recherche-Investition oft um das Vielfache.

Was eine Markenrecherche aufdeckt

Die Recherche zeigt, ob Ihre Wunschmarke mit bereits eingetragenen oder angemeldeten Marken Dritter in Konflikt geraten kann. Geprüft werden:

  • Identische Marken in den relevanten Waren-/Dienstleistungsklassen
  • Phonetisch ähnliche Marken (gleichklingend, auch bei abweichender Schreibweise)
  • Optisch ähnliche Marken (visuell verwechslungsfähig)
  • Begrifflich ähnliche Marken (gleicher Bedeutungsgehalt)
  • Markenfamilien, die einen erweiterten Schutzbereich aufbauen

Die Prüfung erstreckt sich auf nationale, europäische und – je nach Geschäftstätigkeit – internationale Marken.

Identitätsrecherche reicht nicht

Online-Tools des Österreichischen Patentamts oder des EUIPO bieten kostenlose Identitätsrecherchen an. Diese decken nur exakt übereinstimmende Marken auf – aber genau die Verwechslungsgefahr mit ähnlichen Marken ist in der Praxis das eigentliche Risiko. Eine Eigenrecherche ist ein erster Anhaltspunkt, ersetzt aber keine professionelle Ähnlichkeitsrecherche.

Was bei einer Kollision droht

Wird eine kollidierende Marke erst nach Eintragung sichtbar, sind mehrere Szenarien möglich – alle teuer:

  • Widerspruchsverfahren des Inhabers der älteren Marke
  • Löschungsantrag beim Patentamt
  • Unterlassungsklage und Schadenersatzforderung
  • Aufgabe der Marke – inklusive aller Investitionen in Branding, Verpackung, Marketing, Domain

In jedem Fall: verlorenes Geld, verlorene Zeit und meist auch verlorene Marktposition.

Was die Recherche kostet – und was sie spart

Eine grobe Ähnlichkeitsrecherche ist in unserem Pauschalen für Markenanmeldungen enthalten. Vertiefte Ähnlichkeitsrecherchen führen wir zu unserem Stundensatz durch. Den zeitlichen Umfang stimmen wir mit Ihnen selbstverständlich im Vorhinein ab.

Die Recherche-Investition liegt typischerweise bei einem Bruchteil dessen, was ein einziges Widerspruchsverfahren kostet. Sie ist die billigste Risikoabsicherung im gesamten Anmeldeprozess.

Wenn die Recherche etwas Auffälliges zeigt

Findet sich eine kollidierende Marke, sind nicht alle Türen zu. Mögliche Strategien:

  • Modifikation der Wunschmarke (anderer Schriftzug, anderes Bildelement, andere Klassen)
  • Koexistenzvereinbarung mit dem Inhaber der älteren Marke
  • Lizenz vom Markeninhaber
  • Verzicht auf das Zeichen und Neuentwicklung

Welche Variante wirtschaftlich Sinn ergibt, klären wir gemeinsam – idealerweise vor dem ersten Druck auf den Anmelde-Button.

Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information und stellt keine Rechtsberatung im Einzelfall dar.